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Eine Nachricht für die MPS Herzhausen?
 
 
 
 
 
 

Vortrag beim Förderverein der MPS Herzhausen

 

Herzhausen
15.03.2005

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Herzhausen in der Herrschaft Itter

Der Verein der Freunde und Förderer der MPS Herzhausen hatte zu einem Vortrag über die historische Entwicklung der Region um den Vöhler Ortsteil Herzhausen in die Mittelpunktschule eingeladen. Vereinsvorsitzender Horst Rikus begrüßte die interessierten Zuhörer und den Vortragenden, Herrn Friedrich Hoffmann, der als Heimatforscher und Herausgeber der Dorfchronik zur 750 Jahrfeier im Rahmen seiner Ausführungen das Leben der damaligen Dorfbewohner und die Entwicklung des Ortes in der Herrschaft Itter besonders herausstellte.
Der ehemalige Konrektor der MPS begeisterte die Anwesenden mit seinen interessanten und ausführlichen Informationen. Schnell merkten die Anwesenden, dass die Zeit eines Abends für das Thema nicht aus reicht.
Daher gibt es im nächsten Jahr einen weiteren Vortrag beim Förderverein mit dem Thema: „Von der Kirchspielschule zur Mittelpunktschule Herzhausen“.

Vereinsvorsitzender Horst Rikus dankte Friedrich Hoffmann mit einem kleinen Präsent.

Zusammenfassung des Vortrages:

 

Den Vortrag vor Mitgliedern des Fördervereins und Gästen begann Hoffmann mit einem Streifzug durch die Geschichte der Region bis 1254. Der Vortragende wies darauf hin, dass die Geschichte Herzhausens eng verbunden ist mit der Geschichte der Herrschaft Itter, in der sich das

Gesamtgebiet der Chatten in zwei Herrschaftsbezirke aufteilte. Im Laufe der Geschichte ging das Gebiet der Chatten im Frankenreich auf. Das bedeutete, dass Herzhausen und seine Umgebung ein Teil des Frankenreiches wurde, wenn auch im strittigen Grenzgebiet zu den Sachsen. Die Sachsenkönige gewannen im 10. Jahrh. entscheidenden Einfluss auf die Umgebung Herzhausens und machten aus einem bis dahin fränkischen Hessen ein sächsisches Hessen. Der Ort Herzhausen läßt sich im Jahr 1254 urkundlich nachweisen.

Das Kerngebiet des Ittergaus bestand u.a. aus den Gebieten um Korbach, Thalitter, Dorfitter, Dalwig, Lauterbach, Fürstenberg und Goddelsheim. Die ältere Linie der Herren von Itter ist 1123 erloschen. Ab 1177 befinden sich die Besitzungen wieder in der Hand einer Familie von Itter.
„Die Zisterzienser Mönche des Klosters Haina beeinflussten die Geschichte unserer Heimat über mehr als 300 Jahre mit“, erläuterte Hoffmann. In dieser Zeit brachte das Kloster Haina nahezu den gesamten Grund und Boden des Eder- und Lorfetals in seinen Besitz. Unabhängig vom Grundbesitz regierten aber die weltlichen Herren von Itter und übten auch die weltliche Gerichtsbarkeit aus.
Die Besitzungen wurden durch das Klostergut „Hof Lotheim“ bei Kirchlotheim verwaltet, welches mit Beginn der Reformation nicht mehr bestand.
Um 1260 ist von einer Leihe zu Landsiedelrecht in der Gegend um Herzhausen die Rede. Im Laufe der Zeit wurde dieses in eine Verpachtung zu sog. Meierhöfen umgewandelt. Mit der Verpfändung der Burg Hessenstein 1348 an das Kloster Haina und das Erzbistum Mainz verwaltete das Kloster Haina von Hessenstein aus seine Besitzungen in der Herrschaft Itter.
1527 übernahm Landgraf Philipp von Hessen wieder die Burg Hessenstein, nachdem er das Kloster Haina im Rahmen der Säkularisierung aufgrund der Reformation aufhob.
In der Folgezeit erlebte die Burg Hessenstein verschiedene Adelige als Lehnherren. Um diese Zeit hat der „Hof Lotheim“ einen hessisch-landgräflichen Verwalter. Der Hof wird 1570 aufgelöst und der überwiegende Teil seiner Ländereien gingen an Kirchlotheim, Schmittlotheim und Herzhausen.

Der 30-jährige Krieg hat auch die Region um Herzhausen in grausamer Weise heimgesucht. Die Glocken der Kirchlotheimer Kirche wurden gestohlen. Schwedische, französische und deutsche Truppen zogen plündernd und raubend durchs Land.

1825 begann eine neue Ära des Ortes mit dem Straßenbau. Der Kreis Vöhl erhielt eine befestigte Straße von Alraft über Vöhl, Buchenberg, Niederorke nach Sachsenberg zur Straße nach Bremen. Die Einrichtung einer Fahrpost mit Pferdekutschen folgte.

Die erste feststehende Ederbrücke (1844), teils aus Stein, teils aus Holz schaffte die wetterunabhängige Verbindung zur Strecke Sachsenberg – Vöhl.

Ein weiterer Schwerpunkt des Ausbaus des Verkehrswesens war der Bau der Eisenbahnstrecke Frankenberg – Korbach. 1898 wurde damit begonnen.

Der Bau der Edertalsperrmauer hatte für die Einwohner Herzhausens weitreichende Folgen. Herzhausen erhielt ein völlig verändertes Aussehen, welches der Vortragende durch Karten und alte Fotos dokumentierte. Mehr als 20 Gebäude wurden abgerissen.

Das Bauerndorf wandelte sich zur Wohngemeinde für Arbeitnehmer.