Israel Strauß, ein ehemaliger Bewohner Altenlotheims, berichtete Schülern der MPS Herzhausen als Überlebender des Holocaust von den leidvollen Erfahrungen in seiner Kindheit und Jugend.
1929 geboren, lebte Herr Strauß bis 1938 in Altenlotheim und ging dort zur Schule. 1941 wurden er und seine Familie in das Getto Riga und später dann in das KZ Stutthof deportiert. Als einziger Überlebender seiner Familie wanderte er nach dem Ende der NS-Diktatur nach Israel aus.
Als Israel Strauß vier Jahre alt war, wurde die nationalsozialistische Diktatur errichtet. Damit begann für die jüdische Bevölkerung im Deutschen Reich ein Leben voller Entbehrungen, Willkür und Terror, das für die überwiegende Mehrheit von ihnen mit der systematischen Ermordung endete. Strauß konnte zunächst die Schule in Altenlotheim besuchen, musste aber erleben, wie es zu Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung kam. Ein besonders schrecklicher Vorfall ereignete sich im Jahre 1933, als ein im Ort wohnender Jude von einheimischen SS-Leuten grausam zugerichtet wurde.
1938 wurde Israel Strauß von der Schule verwiesen: (Jüdische Kinder durften keine „arischen“ Schulen mehr besuchen) und ging auf ein jüdisches Internat in Frankfurt. Am 09. Dezember 1941 wurden er und seine Familie zusammen mit mehr als 1000 jüdischen Bürgern aus Nordhessen in das Getto Riga deportiert. Dort waren am Vortag 35000 lettische Juden von der SS erschossen worden. Blutspuren dieses Massenmordes waren für die Deportierten noch zu sehen. In den ersten vierzehn Tagen erhielten die Zwangsverschleppten kein Essen. Als die Familie Strauß zu Arbeitseinsätzen eingeteilt waren, die 12 Stunden am Tag dauerten, gab es etwas zu essen. Strauß´ älterer Bruder war bei einem Strafkommando eingesetzt, das Massengräber öffnen und die Leichen verbrennen musste. Später wurden die Mitglieder des Strafkommandos erschossen.
KZ Stutthof bei Danzig