Im Vorfeld des Besuchs hatten die Abschlussschüler zahlreiche Fragen notiert, die dann im Laufe des Besuchs gestellt wurden. Fragen wie „Hat die Bombardierung von Dresden Sie verändert“ oder „Wie haben Sie die Situation im Bunker empfunden?“ zeigten den hohen Informationsbedarf der Schüler und das große Interesse an persönlichen Empfindungen. Nadine Jost und Pascale Siebers stellten Frau von Berlepsch, die bereitwillig auf alle Fragen einging, stellvertretend für alle anderen die Fragen. Auf die Frage „Was denken Sie heute über die Engländer?“ (Anmerkung: England war verantwortlich für die Bombardierung Dresdens) antwortete die Zeitzeugin mit großer Überzeugungskraft, dass Nationalitäten überhaupt keine Rolle spielen, im Mittelpunkt stünden nur Versöhnung und das Streben nach friedlichem Zusammenleben. Dabei verwies sie auf die wieder aufgebaute Frauenkirche in Dresden, die als das Symbol für Versöhnung und Frieden schlechthin diene.
Die Schülerinnen und Schüler hatten sich mit ihrem Klassenlehrer Mathias Schute ausführlich auf den Besuch von Rosemarie von Berlepsch vorbereitet. Dazu gehörte auch das Anschauen des ZDF-Fernsehfilms „Dresden“, dessen Hauptdarstellerin Felicitas Woll die Großnichte von Rosemarie von Berlepsch ist. Trotz aller Beschäftigung mit den Fakten des Krieges und der Flächenbombardierung von Dresden überraschte und überwältigte alle Zuhörer die eindringliche Schilderung. Dabei zeigte sich für die Schülerinnen und Schüler in der Abschlussbesprechung, dass persönlich vorgetragene Einzelschicksale einen viel intensiveren Eindruck hinterlassen als reines Geschichts-Fachwissen oder Berichte in den Medien. Auch die Persönlichkeit von Rosemarie von Berlepsch trug viel zu dieser starken Überzeugungskraft des Gehörten bei. Noch lange werden die Worte und das Erzählte bei den Schülerinnen und Schülern nachwirken, nachdenklich sind sie allemal geworden.